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Des Menschen bester Freund

Gepostet am Mai 9, 2011 in Blog, Natural dreams, Pictured dreams | 2 Kommentare

Des Menschen bester Freund

Des Menschen bester Freund ist sein Haustier. Und wo, wenn nicht im Wartezimmer beim Tierarzt, wird einem deutlich, wie sehr wir an unseren Lieblingen hängen. Ich sitze jetzt schon das 6. Mal in den letzten 6 Wochen genau dort und warte. Erst vor Kurzem hatte der eine Kater eine Bissverletzung, dann der zweite ebenfalls und nun bin ich mit der dritten Katze da. Sie wird bald 15 Jahre alt, im Menschenalter wären das ungefähr 73 Jahre. Sie ist also eine Oma. In dem Alter kann viel sein, altersbedingte Krankheiten oder auch Schlimmeres, z.B. ein Tumor. Und wenn dir solche Gedanken durch den Kopf schießen, wird dir klar, wie sehr du deine Haustiere vermissen wirst, wenn sie erst nicht mehr da sind. Ich hatte schon immer Haustiere, bin mit ihnen aufgewachsen. Natürlich habe ich auch schon viele in den Tod begleitet und gelernt, dass Haustiere niemals so alt werden wie ich. Aber trotzdem ist es jedes Mal sehr traurig. Als 14-Jährige habe ich den Tod sehr ernst genommen und eine Woche Schwarz getragen, als mein erster Dackel gestorben ist – Gwendoline hatte mich schon vom Kinderwagen an beschützt. Auch diverse andere Hunde von uns sind gestorben, manche hatten ein langes, glückliches Leben, andere wurden durch Autos aus dem Leben gerissen. Die Liste meiner vergangenen Hautiere führt mich durch einige Phasen, Momente und Erinnerungen. Sie waren immer da und begleiten einen, spenden einem Trost, geben einem bedingungslose Zuneigung. Und das ist genau der Punkt: bedingungslose Zuneigung. Immer wenn es mir schlecht geht, ich Sorgen habe, kann ich mich an mein Haustier wenden. Ich kann es knuddeln, streicheln oder mit ihm spielen und rumspacken. Es wird mich immer lieben, egal wer ich bin, was ich gemacht habe. Das beruhigt einen und zeigt einem, dass man mindestens einen Platz im Leben hat. Das ist ein tolles Gefühl. Und ich will es nie missen. Und die Tiere zeigen einem auch sehr viel mehr. Die meisten haben einen ausgeprägten Charakter und auffallende Eigenschaften. Die Studie, dass Tiere ihren Besitzern ähneln, wurde schon oft bewiesen. Einer unserer Dackel hatte den gleichen kleinen Huckel auf der Nase wie meine Mutter und ich. Genau dieser Dackel hat auch immer angefangen zu bellen, wenn ich meinen Freund umarmt habe. Sobald ich die Umarmung gelöst hab, saß sie still und zufrieden da. Sehr beschützerisch. Meine eine Katze hat den Tick, dass sie immer eine alte Socke anschleppt und herzergreifend maunzt, wenn sie Beachtung haben will.  Das heißt für sie wohl, dass sie uns ein Geschenk bringt, mit dem sie sich eine Streicheleinheit verdient hat. Und einer unserer Kater klaut Gegenstände von den Nachbarn: belegte Brote von den Bauarbeitern, einen Staubwedel, ein Hundespielzeug. Das sind wohl auch seine Geschenke an uns. Lustig ist auch, wenn sich der eine Kater wie selbstverständlich am Grillfleisch bedient und betont langsam in die Küche verschwinden will oder wenn er von den Eierlikörmuffins genascht hat, definitiv einen Hangover hat und aufspringt, um sich zu übergeben, sobald man ihn berührt. Viele witzige Momente und viele solcher, wo man eigentlich böse sein sollte, aber es nicht kann. Was aber auch faszinierend ist, sind die Tiere an sich. Die Anmut der Katzen – gut, manchmal auch ihre Tolpatschigkeit, das Verstehen eines Hundes, die Flinkheit von Mäusen, die Präsenz von Vögeln, das Aussehen von Reptilien… Könnte ich Wölfe halten, ich würde es tun. Aber unsere Haustiere tragen auch ein Stück Wildheit in sich, dass ihre Vorfahren und Artgenossen ihr Leben nannten oder noch nennen. Man kann viel aus ihnen und ihrem Verhalten lernen. Und man sollte ihre Herkunft nicht verbannen, sondern so gut es geht unterstützen. Das alles macht es für mich aus, Haustiere zu haben. Und ich werde auch alles dafür tun, dass es ihnen gut geht. Egal, wie viel es kostet und egal, was ich tun muss. Ja, gerade in den letzten 6 Wochen fühle ich mich, als hätte ich Kinder. Der Aufwand ist der gleiche und auch Kinder können einem nicht immer sagen, was sie haben. Aber das ist egal, ich habe sie aufgenommen und sie können nicht alleine für sich sorgen. Sie gehören zu meiner engsten...

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