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Von bretonischen Pyramiden & Internetentzug

Gepostet am Jun 13, 2011 in Blog, Cultural dreams, Pictured dreams | Keine Kommentare

Von bretonischen Pyramiden & Internetentzug

10. Juni 2011 Plouigneau Am Morgen geht das Aufstehen schnell. Schließlich habe ich ja nur meine Klamotten von gestern. Ich hoffe, mein Koffer kommt noch, es ist doch immer schöner in eigenen Klamotten und ich hoffe, er ist nicht ganz verloren. Glücklicherweise kommt er tatsächlich, während wir beim Frühstück sitzen. Alles drin, puh! Zum Frühstück gibt es neben Crêpes auch die Himbeeren aus dem Garten. Mann, sind die lecker. Und die haben meine Eltern jeden Morgen. Beneidenswert. Nach dem Frühstück fahren wir zum grand cairn de Barnenez. Die Megalithanlage ist das größte Hügelgrab Europas. Hügelgräber gibt es hier überall, die Pyramiden der Bretagne. Dieses ist zwischen 4.500 und 3.900 v. Chr. entstanden, 75 m lang und 28 m breit. Insgesamt beherbergt es 11 Grabstätten. Leider kann man nicht herein gehen, aber der aus zwei zu unterschiedlichen Zeiten gebaute Grabhügel ist einen Gang um ihn herum auf jeden Fall wert. Die Toten hier haben übrigens einen wunderbaren Ausblick. Überall sieht man das Meer, man kann genau auf die Bucht von Morlaix gucken. Danach bewandern wir einen Sentier. Die Sentiers gibt es auch überall in der Bretagne. Das sind alte Zöllnerpfade, die mit einer Gesamtlänge von 2.000 km an der Küste verlaufen und toll überwachsen sind. Überall wächst der typische Farn, Holunder, Pinien, Efeu und diverse andere Pflanzen, die ich nicht benennen kann. Es ist wunderschön, ich mag diese Wanderungen. Man riecht das Meer, kann es auch immer wieder sehen und kleine in den Stein gehauene Treppen führen zu Stränden runter. Gerade ist Flut, also gibt es nicht viel Strand. Von diesem Sentier aus sieht man das Château de Taureau, ein altes Gefängnis auf einer kleinen Felsinsel in der Bucht. Das Wetter ist heute trocken und relativ warm. Wir machen ein Picknick auf einer Bank mit Blick auf’s Meer. Schön. Auf dem Rückweg nach Plouigneau fahren wir an einem L’Eclerc vorbei und kaufen ein. Am Eingang ist ein kleines Café, in dem wir kurz anhalten und einen Kaffee trinken. Super, hier gibt es kostenloses W-Lan. Ich nutze die Gelegenheit und gleiche meinen Internetverlust mit ein paar schnellen Posts auf Facebook und dem Abruf von E-Mails aus. Ich wollte mich noch bei Gowalla hier einloggen, aber wir gehen schon rein in den Markt und die Verbindung reicht nicht so weit. So ein Mist, aber ich will jetzt nicht nur dafür wieder umkehren. Wie nerdig wäre das denn ;). Früher war ich immer fasziniert von diesen großen, französischen Supermärkten. Jetzt haben wir in Deutschland auch so viele davon. Außer ein paar Namen und ein paar Regionalitäten ist der L’Eclerc nicht von einem deutschen Markt zu unterscheiden. Aber trotzdem, die Dessertkühlschränke würde ich schon gerne auch im heimischen Regal sehen. Abends bereiten wir noch ein paar Salate für die Geburtstagsfeier am nächsten Tag vor. Wir bekommen noch kurzen Besuch von zwei wirklich rüstigen Verwandten aus Südfrankreich. Die sind vielleicht fit, das macht wohl die Sonne dort. Zum Abendessen gibt es bretonische Artischocken, lecker. Seht euch meinen Tag hier in Bildern...

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